Dialoggestaltung

Dialogwege zwischen und innerhalb von Fenstern sollten die Arbeitsschritte zur Erledigung einer Aufgabe exakt abbilden und den Fähigkeiten des Anwenders angemessen sein.

Dialoge in Softwareanwendungen bestehen in der Regel aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten:

  • Textelemente sollten auf Anhieb verständlich sein
  • Icons, Schaltflächen und Menüeinträge sollten den Anwender mit einfachen und flexiblen Dialogwegen zum Ziel seiner Aufgabe führen und dadurch die Anwendung steuerbar machen
  • Bedienungsabläufe, Symbole und die Informationsanordnung müssen innerhalb der Anwendung konsistent sein und sollten im Idealfall den Vorkenntnissen der Anwender entsprechen

Dialoggestaltung und ihre Wertigkeit

Abb.: Der Begriff "Dialog" in unserem Kontext und seine Wertigkeit


Michael Herczeg fasst in seinem Buch „Softwareergonomie“ (1994, Addison-Wesley) die Grundsätze der Dialoggestaltung folgendermaßen zusammen:

  • Lernförderlichkeit
    Wichtige Lernstrategien der Anwender sollten durch die Oberflächenlogik der Softwareanwendung unterstützt werden.
  • Fehlertoleranz
    Fehlermeldungen müssen aussagekräftig, verständlich, sachlich und einheitlich strukturiert, formuliert und angezeigt werden.
  • Erwartungskonformität
    Die Präsentation, die Interaktion und die Sprache sollten konsistent sein und den Erwartungen des Anwenders entsprechen.
  • Aufgabenangemessenheit
    Reale Arbeitsabläufe sollten nachempfunden werden und der zu bearbeitenden Aufgabe angemessen sein.
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit
    Der Funktionsumfang einer Anwendung soll schnell erfasst werden können und dem Anwender eine zügige effiziente Benutzung ermöglichen.
  • Steuerbarkeit
    Schaltflächen, Icons und Menüeinträge sollten den Anwender mit einfachen und flexiblen Dialogwegen zum Ziel seiner Aufgabe führen und damit die Anwendung steuerbar machen. Die Initiative verbleibt immer beim Anwender, denn er kontrolliert die Software und nicht die Software ihn.
  • Individualisierbarkeit
    Anwendungen sollten flexibel an die Arbeitsaufgabe und die speziellen Fähigkeiten des Anwenders angepasst werden können.

Diese Grundsätze der Dialoggestaltung sind in ihrer Wichtigkeit bei der Gestaltung von Dialogsystemen nicht immer gleichwertig. Die geplante bzw. zu korrigierende Anwendung wird daher in einem ersten Schritt vor dem Hintergrund der Zielgruppe und der gewünschten Anwendung untersucht.